PRESSE BERICHT Mai 2004 Domburg: Marie Tak van Poortvliet Museum Domburg 20. Juni bis 7. November 2004 Das Marie Tak van Poortvliet Museum Domburg feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Jubiläumsausstellung über Leben und Werk der Künstlerin Mies Elout-Drabbe. Die Sammlung Elout-Drabbe bildet den Kern der Ausstellung Moen! Tussen Toorop en Mondriaan. De kunstenares Mies Elout-Drabbe 1875-1956. Ergänzt wird die Sammlung mit vielen außerordentlichen Leihgaben, wodurch sich ein vollständiger kunsthistorischer Überblick über das Werk der Künstlerin bietet.
Das Gesamtwerk Elout-Drabbes wurde erstmals vor zehn Jahren, 1994, mit dem Tod des Sohnes der Künstlerin in seiner Vielfalt erfaßt. Frans Elouts Nachlaß bildet eine eigenständige Sammlung, die noch vollständig erhalten ist. Sie besteht aus ungefähr vierzig Ölgemälden und circa dreihundert Papierarbeiten, vom Pastell bis zur Bleistiftskizze. Es war der Wunsch Frans Elouts, daß diese Sammlung eines Tages zur Grundlage einer ausführlichen Ausstellung der Werke seiner Mutter würde. Mit dieser Ausstellung über Moen, so nannte er seine Mutter, wird diesem Wunsch entsprochen. Außer der Sammlung werden Arbeiten und/oder Briefe von Elout-Drabbes Freunden und Bekannten zu sehen sein, zum Beispiel von Jan Toorop, Piet Mondriaan, Maurice Góth und Paul Schultze. Zitat aus Mies verdankte Toorop ihr Gefühl für Flächenverteilung und Nuancen der Flächenfüllung, für Schattenwirkung und Linienspiel. Von Mondriaan lernte sie, die Motive monumentaler zu erfassen, stärker mit Kontrasten zu arbeiten und jede Linie auf ihren Gehalt zu prüfen. [...] Mondriaan brachte sie dazu, mit der Form zu experimentieren, was bei ihr durchaus zu bemerkenswerten Entwicklungen hätte führen können, wäre da nicht der Kritiker Albert Plasschaert (1874-1941), der zweite Ehemann ihrer Kusine Lucie van Dam van Isselt gewesen. Dieser hatte sich negativ über Mondriaans Einfluß auf Mies geäußert und mit seiner Kritik all ihre hoffnungsvollen Anfänge im Keim erstickt.
Die Ausstellung wurde zusammengestellt von Francisca van Vloten. Jahrelang forschte sie über die Künstlerkolonie Domburgs und über Leben und Werk Mies Elout-Drabbes. Zeitgleich mit der Ausstellung wird das gleichnamige Buch Francisca van Vlotens erscheinen (ISBN 90-74576-48-6), € 29,90. In den Werken Mies Elouts sind verschiedene Phasen zu wiederkennen. Ihr erstes Malunterricht gab ihr der Middelburger Maler Willem Schütz. Er lernte sie naturgetreu zu zeichnen. Nachdem sie in 1898 Jan Toorop kennen lernte, erreichte sie eine Vertiefung in ihrer Arbeit. Toorop entdeckte sofort ihr subtiles Talent für das Porträtzeichnen und stimulierte sie mit Ratschlägen das Material, die Technik, den idealen Gegenstand, dessen Betrachtungsweise und das unverzichtbare Üben und auswendig Zeichnen betreffend. Sie verdankte ihm ihr Gefühl für Flächenverteilung und Nuancen der Flächenfüllung, für Schattenwirkung und Linienspiel. Zum Beispiel die schönen Porträts von ihm, von seiner Tochter Charley und von Johan Drabbe - Mies' Vater - zeigen seinen Einfluss. Ab 1903 verbrachte Toorop fast jährlich einige Zeit in Domburg; zusammen mit ihm und demnächst auch allein fing Mies an zu pointillieren. Sie entwickelte dabei eine zarte Farbenbenützung, die typisch für sie genannt werden kann. Bis zum Ersten Weltkrieg pointillierte sie, mit Öl und Farbbleistift, oft Landschaften und ein einziges Mal auch divisionistisch. Bei dem Porträtzeichnen wurde Toorops Einfluss langsam an weniger wichtig und erreichte sie einen eigenen, feinen Stil. Nachdem sie Piet Mondriaan um 1908/1909 kennen lernte, fing sie unter seinen Einfluss an ihre Motive monumentaler zu erfassen, stärker mit Kontrasten zu arbeiten und jede Linie auf ihren Gehalt zu prüfen. Schöne Beispiele davon sind die Holzkohlezeichnung Bosch (ohne Jahresangabe), das Gemälde Boomen (ohne Jahresangabe) und ins besondere das Gemälde Bevroren Zee (1916), in dem sie, nach Mondriaan, in horizontalen und vertikalen Prinzipien nach einer reinen Wiedergabe des Universalen suchte. Mondriaan brachte sie dazu, mit der Form zu experimentieren, was bei ihr zu bemerkenswerten Entwicklungen hätte führen können, wären da nicht die negativen Äusserungen des Kritikers Albert Plasschaert gewesen. Von dann an wagte Mies ihre Experimente nur noch in der Abgeschiedenheit ihres Ateliers, einige Beispiele davon - wie das Gemälde De Ibis (ohne Jahresangabe) und die kleine aber kräftige Zeichnung Boomen aan Zee (1923) gibt es noch. Nach außen richtete Mies sich auf eine andere Malweise; immer mehr versuchte sie in ihren Werken eine tiefere oder höhere, eine kosmische Wirklichkeit hinter der sichtbaren Wirklichkeit zu realisieren. Das brachte sie in einer späten Periode zu relativ naturalistischen Werken mit symbolistischen Zügen und vor allem einem ganz speziellen Glut, die zeigten dass sie auch in dieser Hinsicht nach erlangten Erfahrungen endgültig einen eigenen Weg ging. Ebenfalls Ausstellung in der Zeeuwse Bibliotheek in Middelburg und Präsentation in De Drvkkery in Middelburg und der Rabobank Noordwest-Walcheren in Domburg. Marie Tak van Poortvliet Museum Domburg Die Ausstellung wurde unterstützt von der Gemeinde Veere, der Provinz Zeeland, dem Von Brucken Fock Fonds und der Rabobank Noordwest-Walcheren. |